350.11

Vollziehungsverordnung
zum Opferhilfegesetz

vom 28.01.1993 (Stand 01.01.2011)
Der Kantonsrat des Kantons Obwalden erlässt,

gestützt auf Artikel 3 Absatz 1, Artikel 9 Absatz 4, Artikel 16 Absatz 1 und Artikel 17 des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz) vom 4. Oktober 1991[1] und Artikel 72 Ziffer 2 der Kantonsverfassung vom 19. Mai 1968[2],

als Vollziehungsverordnung:
1. Beratung
Art. 1
Beratungsstellen
1

Der Regierungsrat bezeichnet die Beratungsstellen, die Opferhilfe im Sinne des Bundesgesetzes über die Hilfe an Opfer von Straftaten (Opferhilfegesetz) leisten oder vermitteln. Er regelt die Einzelheiten. *

2

Er kann die Aufgabe privaten oder öffentlich-rechtlichen Institutionen des Kantons oder anderer Kantone übertragen. Er kann zu diesem Zweck Verträge und Verwaltungsvereinbarungen abschliessen.

Art. 2
Kostentragung
1

Die Kosten gemäss Art. 3 des Opferhilfegesetzes werden nach Abzug der Finanzhilfe des Bundes vom Kanton getragen. *

2

Die Abrechnung mit den Beratungsstellen erfolgt über das kantonale Sozialamt. *

3

Das zuständige Departement kann den Beratungsstellen Kostenvorschüsse gewähren.

2. Entschädigung und Genugtuung
Art. *
Art. *
Verfahren
1

Das Amt für Justiz, oder falls die Forderung den Betrag von Fr. 10 000.– übersteigt, das Sicherheits- und Justizdepartement, entscheidet aufgrund des Gesuchs des Opfers, der Akten des Strafverfahrens und seiner eigenen Abklärungen sowie der Berichte von Experten. Das Opfer ist verpflichtet, alle zur Beurteilung seines Gesuchs erforderlichen Informationen und Unterlagen zur Verfügung zu stellen. *

2

Das Verfahren ist kostenlos.

3

Benötigt das Opfer sofortige finanzielle Hilfe, oder können die Folgen der Straftat nicht kurzfristig mit hinreichender Sicherheit festgestellt werden, so entscheidet das Amt für Justiz innert vier Wochen über die Ausrichtung eines Vorschusses. Übersteigt der Vorschuss die Entschädigung, so ist der Mehrbetrag zurückzuerstatten. Für die Rückforderung ist das Amt für Justiz zuständig. *

4

Der Regierungsrat kann durch Vereinbarung die Vorbereitung der Entscheide einer geeigneten Stelle übertragen oder mit anderen Kantonen eine solche Stelle für diese Aufgabe errichten. *

Art. *
Art. 6
Kostentragung
1

Die Kosten für die Entschädigung und die Genugtuung trägt der Kanton.

Art. *
Ansprüche gegenüber dem Täter
1

Wird eine Entschädigung oder eine Genugtuung geleistet, so macht das Amt für Justiz die Ansprüche des Kantons gegenüber dem Täter auf dem Verfügungsweg geltend, sofern davon ein Ergebnis zu erwarten ist.

2

Zu diesem Zweck teilt das Sicherheits- und Justizdepartement oder das Verwaltungsgericht den rechtskräftigen Entscheid betreffend die Ausrichtung einer Entschädigung oder Genugtuung dem Amt für Justiz mit. *

3

Die Verfügungen des Amtes für Justiz können mit Beschwerde beim Regierungsrat angefochten werden.

3. Übergangs- und Schlussbestimmungen
Art. 8
Änderung bisherigen Rechts
1

...[3]

Art. 9
Hängige Strafverfahren
1

Strafverfahren, die bei Inkrafttreten dieser Vollziehungsverordnung hängig sind, werden nach den neuen Bestimmungen der Strafprozessordnung beendet.

2

Prozesshandlungen, die aufgrund der bisherigen Bestimmungen erfolgten, bleiben gültig.

Art. 10
Inkrafttreten
1

Der Regierungsrat bestimmt, wann diese Vollziehungsverordnung in Kraft tritt.[4]

Informationen zum Erlass

 

Ursprüngliche Fundstelle: OGS 1993, 75

 

geändert durch

- Nachtrag vom 19. Dezember 1996, in Kraft seit 15. Februar 1997 (OGS 1997, 50),

- das Gesetz über die Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden (Finanzpaket) vom 20. September 2001, in Kraft seit 1. Januar 2002 (OGS 2001, 83),

- das Gesetz über die Bereinigung der amtlichen Gesetzessammlung (Bereinigungsgesetz II) vom 15. März 2007, in Kraft seit 1. August 2007 (OGS 2007, 13),

- das Gesetz über die Justizreform vom 21. Mai 2010, in Kraft seit 1. Januar 2011 (OGS 2010, 33 und 41)

OGS 1993, 75
  1. [1] SR 312.5
  2. [2] GDB 101.0
  3. [3] Die Änderungen bisherigen Rechts sind im entsprechenden Erlass nachgeführt und können unter OGS 1993, 75 konsultiert werden
  4. [4] Vom Regierungsrat auf 15. März 1993 in Kraft gesetzt

Änderungstabelle - Nach Beschluss

Beschluss Inkrafttreten Element Änderung Fundstelle
28.01.1993 15.03.1993 Erlass Erstfassung OGS 1993, 75
19.12.1996 15.02.1997 Art. 3 aufgehoben OGS 1997, 50
19.12.1996 15.02.1997 Art. 4 totalrevidiert OGS 1997, 50
19.12.1996 15.02.1997 Art. 5 aufgehoben OGS 1997, 50
19.12.1996 15.02.1997 Art. 7 Abs. 2 geändert OGS 1997, 50
20.09.2001 01.01.2002 Art. 1 Abs. 1 geändert OGS 2001, 83
20.09.2001 01.01.2002 Art. 2 Abs. 1 geändert OGS 2001, 83
15.03.2007 01.08.2007 Art. 2 Abs. 2 geändert OGS 2007, 13
21.05.2010 01.01.2011 Art. 4 Abs. 1 geändert OGS 2010, 33
21.05.2010 01.01.2011 Art. 4 Abs. 3 geändert OGS 2010, 33
21.05.2010 01.01.2011 Art. 4 Abs. 4 eingefügt OGS 2010, 33
21.05.2010 01.01.2011 Art. 7 totalrevidiert OGS 2010, 33

Änderungstabelle - Nach Artikel

Element Beschluss Inkrafttreten Änderung Fundstelle
Erlass 28.01.1993 15.03.1993 Erstfassung OGS 1993, 75
Art. 1 Abs. 1 20.09.2001 01.01.2002 geändert OGS 2001, 83
Art. 2 Abs. 1 20.09.2001 01.01.2002 geändert OGS 2001, 83
Art. 2 Abs. 2 15.03.2007 01.08.2007 geändert OGS 2007, 13
Art. 3 19.12.1996 15.02.1997 aufgehoben OGS 1997, 50
Art. 4 19.12.1996 15.02.1997 totalrevidiert OGS 1997, 50
Art. 4 Abs. 1 21.05.2010 01.01.2011 geändert OGS 2010, 33
Art. 4 Abs. 3 21.05.2010 01.01.2011 geändert OGS 2010, 33
Art. 4 Abs. 4 21.05.2010 01.01.2011 eingefügt OGS 2010, 33
Art. 5 19.12.1996 15.02.1997 aufgehoben OGS 1997, 50
Art. 7 21.05.2010 01.01.2011 totalrevidiert OGS 2010, 33
Art. 7 Abs. 2 19.12.1996 15.02.1997 geändert OGS 1997, 50